Nach dem Urlaub

Nach dem Urlaub

Nach dem Urlaub fällt es nicht ganz leicht, wieder in die Schreibroutine zurückzufinden. Der Garten ist in der Zwischenzeit geradezu explodiert, und obwohl das Wetter nicht berauschend ist, zieht es mich eher nach draußen als an den Schreibtisch. Vielleicht habe ich auch deshalb die Startseite überarbeitet und aus der Schreibmaschine sprießt das Grün. Im Urlaub selbst habe ich wieder mit Begeisterung fotografiert. So kommt gerade wieder der Gedanke auf, beides miteinander zu verbinden. Eichhörnchen toben durch den Garten. Da liegt die Idee nah, mal ein Garten-/Eichhörnchenbuch zu schreiben. Zumal das erste Buch, das ich als Kind gelesen habe, tatsächlich von Eichhörnchen handelte. Ich kann mich bis heute gut daran erinnern.

Obwohl ich den nächsten Krimi bereits angefangen habe, juckt es mich schon in den Fingern, etwas ganz anderes zu schreiben. Ideen habe ich viele, die Entscheidung fällt schwer. Die Schule des Schreibens bietet neuerdings Aufbaukurse an, mit denen man einzelne Genres vertiefen kann. Das könnte mich noch mal reizen. Aber auch hier bin ich mir nicht sicher, was ich gerne belegen würde. Bin ich der Typ für Frauenromane? Für Liebesromane? Für Sci-Fi oder Fantasy? Am ehestens noch Historische Romane und ja, vielleicht auch Fantasy. Na, die Studienanmeldung habe ich mir gerade mal ausgedruckt.

E-Book versus Print und dann auch noch Hardcover?

E-Book versus Print und dann auch noch Hardcover?

(Enthält Werbung durch Namensnennung, Affiliate Links und solche für meine eigenen Bücher)

E- Book oder Print? Oder doch beides?

Seit dem ersten Bea Baumann Krimi gibt es meine Bücher sowohl als E-Book (für den Kindle) als auch als Taschenbuchausgabe. Ich bin mit dieser Variante im Großen und Ganzen zufrieden, obwohl es von Anfang an immer wieder passierte, dass ich die Rückmeldung “Habe keinen Kindle, lese auf Tolino” bekam. Dummerweise hatte ich bei “Mord in der Schwanheimer Düne” auch den harten Kopierschutz (DRM) eingeschaltet, der eigentlich nur gegen die Buchpiraterie gedacht war. Leider kann man ihn nicht mehr löschen. Inzwischen weiß ich, dass er sowieso nichts bringt, weil die Bücher so oder so geknackt werden können. Inzwischen lasse ich ihn weg.
Deshalb an dieser Stelle noch einmal für Tolinoleser: Alle Kindle E-Books ohne Kopierschutz könnt ihr mit verschiedenen Programmen in EPubs konvertieren. Das bekannteste Programm ist sicher Calibre. Oder ganz einfach mit der Kindle App auf jedem PC, Tablet oder sogar Smartphone lesen. Das geht erstaunlich gut, habe ich inzwischen festgestellt.

Weil es aber gerade in meiner Generation nach wie vor viele Leser gibt, die das gedruckte Buch dem elektronischen Lesen vorziehen, war mir klar, dass ich auch Printausgaben anbieten musste. Zumal die Bea Baumann Reihe sich von Anfang an als Cosy-Krimi Serie an die etwas älteren Leser richtete. Hat sich glücklicherweise inzwischen gezeigt, dass auch jüngere Leser die Bücher gerne lesen. Spätestens bei der ersten Lesung vor Publikum muss man etwas in der Hand haben und ist froh und dankbar, wenn sich die Bücher auch noch an Ort und Stelle verkaufen.

Matthias Matting – Autor der Selfpublisher Bibel – führt auf seiner Seite am 2. April 2019 unter dem Titel “Warum ein gedrucktes Buch sich fast immer lohnt” dreizehn gute Gründe an. Liebe Kollegen (Leser mal eben wegschauen), schon allein die Preispsychologie ist zu beachten. Ich zitiere mal: “Bei E-Book only sieht der Leser 3,99 Euro – und findet das teuer! Ist darunter jedoch eine Taschenbuch-Ausgabe verlinkt, denkt er: „3,99 Euro sind ja weniger als die Hälfte von 9,99 Euro! Das ist also ein echtes Schnäppchen! Kauf ich!“” Ganz schön raffiniert. Daran habe ich noch nie gedacht, aber ja  – da ist was dran. Ich kaufe auch so manches Buch über den Preis als E-Book, bei dem ich es mir als Printversion noch mal überlegen würde.

Andererseits kann es passieren, dass ich mir nach einem E-Book oder Hörbuch die teuerste Variante, das Hardcover, bestelle oder schenken lasse. Wenn mich nämlich ein Buch so richtig begeistert, dass ich es eben doch in den Bücherschrank stellen will. Und das ist genau der Grund, warum ich darüber nachdenke, jenseits meiner Krimis – sofern ich meine anderen Projekte mal fertigbekomme – auch Hardcover anzubieten. Sie machen einfach etwas her! Und sicher wird der Buchhandel eher bereit sein, ein Buch in sein Sortiment aufzunehmen, das richtig professionell daherkommt, als eins, das nach ein paar mal Durchblättern seine Schönheit bereits einbüßt.

Ich selbst lese viel auf dem Kindle. Aber oft fehlt mir das problemlose Zurückblättern, wenn ich etwas noch einmal nachlesen will. Klar gibt es die Zurückblätternfunktion auch auf dem E-Reader. Aber mein Gehirn funktioniert noch analog. Ich kann Gedrucktes erfassen und mehrere Seiten am Stück übergehen, weil ich weiß, wann die bewusste Stelle kommen muss. Mit dem E-Reader muss ich Seite für Seite blättern. Bei Hörbüchern kann es passieren, dass ich etwas nicht richtig verstehe, fremdsprachige Ausdrücke zum Beispiel. Da fehlt mir das gedruckte Wort erst recht. Siehe auch: Buchvorstellung: “Der Apfelbaum”. Ich nutze alle Medien, auf Reisen Hörbuch und E-Reader besonders gern, aber ich mag auch die eindeutigen Vorteile des gedruckten Buches, einschließlich seiner “Wertigkeit”.

Für Autoren und Leser: Neu war mir Punkt 8 auf Matthias Mattings Liste. Ich zitiere: “Mehr Blick ins Buch. Beim Taschenbuch kann der potenzielle Käufer nicht nur die ersten zehn Prozent des Buches betrachten, sondern mit der Funktion „Ich möchte überrascht werden“ auch an andere Stellen springen. Das gibt einen besseren Eindruck vom Buch – und weniger Produktenttäuschung und damit bessere Rezensionen.” Das habe ich tatsächlich noch nie ausprobiert.

Im Forum der Schule des Schreibens kann man immer wieder lesen, dass Autoren verärgert sind, weil ihre über (z.B.) BoD verlegten Bücher erst nach längerer Zeit oder gar nicht im Angebot von Amazon auftauchen. Würde mich auch ärgern. Aber wir wissen alle, Geschäft ist Geschäft. Und Amazon ist knallhart. Wenn die nicht wollen, dann wollen sie nicht. Müssen sie auch nicht. Auch der örtliche Buchhändler muss mein Buch nicht in sein Sortiment aufnehmen, selbst wenn vorne ein anständiger Verlag draufsteht. Aber die Chance, dass der Buchhändler ein nachgefragtes Buch zumindest besorgt, wenn er es über einen bekannten Distributor bekommen kann, ist größer als bei einem KDP / Amazon-Buch.

Meine eigene Strategie für die Zukunft sieht vor, E-Books zunächst weiter über KDP / Amazon anzubieten, Printausgaben (auch Hardcover) über einen Print on Demand – Verlag. Es gibt ja genug davon. Dass ich für das E-Book Amazon bevorzuge, liegt auch an Kindle unlimited und der Kindle Ausleihe. Ich verdiene als Autor nicht nur am gekauften Buch, sondern auch an den gelesenen Seiten des ausgeliehenen Buches.

Das Headerbild wurde erstellt mit einer Vorlage von Unsplash / Lacie Slezak – danke dafür.

DWG – Aufgestört

DWG – Aufgestört

Ich habe mir fest vorgenommen, das Schreiben nicht vollständig verkümmern zu lassen. Also gestern mal wieder in das Forum der Schule des Schreibens hineingeguckt und nach den drei Wörtern für die aktuelle DWG gesucht: Bahnhofsmission, Fan, DVD – du lieber Himmel, was für eine Zusammenstellung! Dann musste ich erst einmal Recherche betreiben. Ich hatte nur eine ungenügende Vorstellung von der Bahnhofsmission. Und ich muss sagen, das war wirklich interessant. Letzten Endes habe ich viel mehr erfahren, als ich brauchte, aber das macht ja nichts. Es passt zu meinem Vorhaben, mit den Heften der Schule des Schreibens auch nochmal von vorne anzufangen. Habe ich gestern auch getan und gerade in Heft 1 (GR01) geht es um Informationsbeschaffung und Archivierung. Man braucht als Autor Inspiration und Information gleichermaßen und muss auch mal auf “Eingemachtes” zurückgreifen können. Vieles habe ich am Anfang des Studiums (zu) schnell erledigt, wofür ich mir nun mehr Zeit nehmen möchte.
Gestern habe ich im Mainzauberblog auch kurz etwas über meine Rezensionen bei Amazon geschrieben, über die ich mir immer sehr viele Gedanken mache.

Im Studienheft fand ich ein Zitat von Michael Ende, das mich aufgerüttelt hat. Er schreibt: “Mir scheint, dass jene allzu große Selbstkritik, die manche daran hindert, jemals irgendetwas fertig zu schreiben, nichts anderes ist als eine faule Ausrede, mit der sie ihre Eitelkeit oder Unfähigkeit vor sich oder anderen kaschieren. Man setzt den Anspruch an sich selbst von vornherein so hoch, dass man ihm unmöglich genügen kann, und entschuldigt damit, dass man überhaupt nichts zuwege bringt. Damit ist  man der Kritik anderer entzogen und kann obendrein noch auf weniger Anspruchsvolle herunterblicken.”

Aua, das hat gesessen, und klar, den Schuh musste ich mir doch gleich wieder anziehen. Nun ist es ja nicht so, dass ich noch nie etwas zu Ende geschrieben hätte, aber ich gebe zu, dass ich für ein neues Projekt bei mir die Latte sehr hoch ansetze. Und andere Werke entsprechend bewerte. Zumindest Letzteres sollte ich besser lassen, Ersteres vielleicht auch 😉

Jetzt aber zur DWG (Bahnhofsmission, Fan, DVD)  – diesmal  sogar ziemlich genau die 2.400 Anschläge eingehalten. Viel Spaß beim Lesen.

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Aufgestört

„Greta, mach auf, verdammt!“
Wütend schlug Sascha gegen die Tür des Zimmers, das er sich in  der Wohngemeinschaft mit seiner Freundin teilte.
„Wenn du nicht gleich kommst, bin ich weg. Deinetwegen werde ich das Spiel bestimmt nicht verpassen.“
Sascha, eingefleischter Eintracht Fan, freute sich schon seit Tagen auf das Spiel gegen Schalke, für das er zwei Karten ergattert hatte. Warum zum Henker hatte er die zweite Karte nicht gleich einem Kumpel vertickt?

Ein Schlüssel drehte sich im Schloss. Greta saß vor dem kleinen Fernseher und schaute gebannt auf die Bilder vor ihren Augen.
„Was guckst du denn da? Verdammt, wir müssen los.“
Sein Blick fiel auf die Hülle einer  DVD, die auf dem Boden herumlag.
„Das ist doch der Bahnhof. Und was ist daran so interessant?“
Greta hatte Tränen in den Augen, als sie sich zu ihm umdrehte.
„Das ist die Bahnhofsmission“, flüsterte sie. „Siehst du die Frau da am Tisch. Das ist meine Mutter.“
„Was?“ Sascha starrte entsetzt auf die verwahrloste Frau mit den wirren, grauen Haaren, die mit ihren Händen eine Teetasse umklammerte. Verstört ließ er sich neben Greta auf den Boden fallen.
„Aber wieso … hast du nicht gesagt, sie würde irgendwo auf Ibiza leben? Und wie kommst du überhaupt an diese DVD?“
Die Aufzeichnung begann zu rauschen, Greta drückte auf die Fernbedienung.

„Tobias hat mir das vorhin in die Hand gedrückt, samt Player. Und weißt du, was er gesagt hat? Wie die Mutter, so die Tochter.“ Greta machte nun keinen Versuch mehr, ihre Tränen zurückzuhalten.
„Dieser Scheißkerl!“ Sascha ballte die Fäuste.  Seitdem sich Greta von Tobias getrennt hatte, wurde sie unentwegt von ihrem Ex gemobbt. In der Firma, in der sie früher gejobbt hatte, hatte man ihr wegen seiner üblen Nachrede bereits gekündigt.  Aber das hier? Sascha runzelte die Stirn.
„Ist das wirklich deine Mutter? Wie kommt der Kerl zu diesen Bildern?“
„Ich habe keine Ahnung. Aber unsere Familien waren früher befreundet, bevor Papa …. Er muss sie zufällig gesehen und erkannt haben.“

Greta wischte sich wütend die Tränen aus den Augen, während die schwarze Mascara in kleinen Rinnsalen bis zum Kinn lief.
„Und jetzt verschwinde zu deinem Scheißfußballspiel. Ich will keinen von euch Kerlen mehr sehen.“
Sascha starrte sie einen Augenblick ratlos an, bevor er sich den Fanschal  vom Hals wickelte und Greta fest in die Arme nahm.
„Kommt gar nicht in Frage. Das Spiel kann ich mir auch noch später in der Sportschau ansehen.“

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Bildquelle: httpss://unsplash.com/@grohsfabian

Mit Brief und Siegel

Mit Brief und Siegel

Heute kam von der Hamburger Fachakademie – Der Schule des Schreibens – mein Zertifikat, das mir den erfolgreichen Abschluss des Studiengangs “Belletristik” bescheinigt. Na, das ist doch was, auch wenn es sicher nicht das bedeutendste Zertifikat oder Diplom in meinem Leben ist. Aber irgendwie freut man sich dann doch immer wieder, wenn man etwas geschafft hat. So war es schon immer. Trotz Staatsexamen und Promotion habe ich mich später über den bestandenen “Ganzheitlichen Gesundheitsberater” genauso gefreut wie über die bestandene Heilpraktikerprüfung. Irgendwie gehört es wohl einfach zu meinem Leben dazu, dass ich immer noch mal was Neues lernen muss. Ich finde es einfach bereichernd. Was kommt wohl als Nächstes? Keine Ahnung. Es gibt noch so viel, was man lernen könnte. Aber nicht für alles bedarf es offizieller Studiengänge. Ich denke, ich bleibe erst einmal beim Schreiben. Und Fotografieren. Und …