Küchenzuruf & Klappentext

Küchenzuruf & Klappentext

Was hat der Küchenzuruf mit meinem nächsten Krimi zu tun?

Einen interessanten Klappentext für ein neues Buch zu schreiben, ist fast so anstrengend wie das Entwerfen – das Plotten – der Geschichte selbst. Heute bin ich dem mir bislang unbekannten Begriff Küchenzuruf begegnet, der etwas ähnliches meint. Das Wort geht auf Henri Nannen, den Gründer des STERN zurück, und beschreibt die knappe Zusammenfassung eines wichtigen Zeitungsartikels, den ein lesender Ehemann seiner in der Küche arbeitenden Gattin zuruft. (Das damalige Bild Ehemann / Ehefrau steht hier nicht zur Debatte.) Frau Nannen sollte als Nachricht des Tages einfach nur erfahren, dass „die in Bonn“ schon wieder die Steuern erhöht hatten. Sie war nun informiert und im besten Fall vielleicht sogar motiviert, die Zeitung nach dem Abwasch selbst zu lesen.

Der Klappentext wird oft unterschätzt.

Diese Mini-Information und gleichzeitig Anreiz, mehr wissen zu wollen, ist auch der Sinn des Klappentextes. Ein Appetithappen für den Leser oder auch Teaser, der Lust macht auf mehr, ohne zu viel zu verraten. Und genau da liegt die Schwierigkeit des Klappentextes. Was muss rein, was wäre schon wieder zu viel? Ich gestehe, dass ich mich da jedes Mal quäle. Gerade als Krimiautorin will ich ja schon im Klappentext Spannung erzeugen, aber so wenig wie möglich verraten.
Für den neuen Kriminalroman, der im Moment entsteht, habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen, schon vor der Fertigstellung auch immer am Klappentext zu arbeiten. Vielleicht ruft dann ja eines Tages eine begeisterte Leserin dem kochenden Ehemann in der Küche zu: „Schatz, es gibt einen neuen Krimi von Elke Heinze. Hör mal, Enno von Altenburg ist …“
Pardon, noch sind Krimi und Klappentext nicht fertig. — Und wie ich WordPress dazu bekomme, die deutschen >> „Anführungszeichen” grundsätzlich  richtig zu setzen, ist mir auch ein Rätsel. Über Sonderzeichen („) funktioniert es, ist aber echt umständlich.