Die Sache mit den Eichhörnchen

Die Sache mit den Eichhörnchen

Da hatte ich doch die Idee, meine Freude am Eichhörnchen-Fotografieren mit dem Schreiben zu verbinden und ein Buch über die Eichhörnchen in unserem Garten herauszubringen. Mir war allerdings klar, dass so ein Buch mit Farbfotos nicht billig werden würde. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass es bereits hervorragende Eichhörnchenbücher gibt. Eins davon habe ich mir bei Amazon bestellt und will es kurz vorstellen.

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Leben mit Eichhörnchen in der Stadt (Affiliatelink zu Amazon)

Das Buch kam leider mit etwas lädiertem Cover bei mir an – zum ersten Mal, dass ich sowas erlebe – aber ich habe es trotzdem behalten. Die Fotos der Autorin Tine Meier sind atemberaubend, gestochen scharfe Nahaufnahmen. Frau Meier lebt wie ich in Frankfurt. Ich hatte aber den Eindruck, dass sie mehr noch im Innenstadtbereich lebt. Ihre Aufnahmen entstanden hauptsächlich auf ihrer begrünten Dachterrasse und sie erzählt von Hinterhöfen mit Baumbestand. Neben den hervorragenden Bildern bekommt man einiges an fundiertem Wissen über Eichhörnchen vermittelt. Einen Großteil des Textes machen Erlebnisberichte aus und da war ich nicht ganz so begeistert. In meinen Augen werden den Tieren menschliche Aspekte, Mimik und Verhalten unterstellt. Das finde ich nicht gut. Ich kann ein Tier auch nicht ‘zuckersüß’ finden, aber sei’s drum – insgesamt ein toll gemachtes Buch. Und da meine eigenen Fotos nie diese Qualität erreichen werden – ich komme auch nie so nah an unsere Eichhörnchen heran – werde ich wohl doch auf ein eigenes Eichhörnchenbuch verzichten. Wer sich für diese Tiere interessiert, dem kann ich Leben mit Eichhörnchen in der Stadt nur ans Herz legen. Es kostet 19,95 Euro. Für mich ist es sein Geld absolut wert. Die Autorin hat auch einen sehenswerten Instagramaccount (…meiertine).

Ganz sicher werde ich unsere Eichhörnchen in Zukunft noch genauer betrachten, und vielleicht schaffe ich es eines Tages sie ebenfalls auseinanderzuhalten. Ich bin definitiv infiziert. Ist dieses Hörnchen vom 6.Mai ein Weibchen? Ich nenne es mal Whitenose, obwohl die Nase selbst gar nicht weiß ist – egal. Das Tier kommt mir schwanger vor. Vielleicht bilde ich  es mir auch nur ein. Es ist dasselbe Hörnchen, das im Headerbild auf dem Aststummel sitzt. Es hat insgesamt ein etwas dunkleres Fell mit viel Grau auf dem Rücken. Leider habe ich aus dieser Serie kein Bild, auf dem ich erkennen könnte, ob es wirklich ein Weibchen ist.

Wenn ich jetzt nicht aufpasse, wird das hier ein Eichhörnchenblog. Ich habe noch ein Bild vom 6.Mai 2019 und behaupte mal, dass das nächste Eichhörnchen ein Männchen ist und auch anders aussieht. Ich nenne es mal kurzerhand Jack. Was meint ihr?

Der NaNoWriMo und meine Grenzen

Der NaNoWriMo und meine Grenzen

Ich hätte es locker schaffen können, aber kurz vor dem Ende des NaNoWriMo nehme ich es in Kauf, dass ich die 50.000 Wörter vermutlich nicht erreichen werde. Ich habe fleißig getippt und es hat viel Spaß gemacht. Und plötzlich kamen die Kopfschmerzen, überstrapazierte Augen und außerdem das Gefühl, dass ich einen großen Teil des Geschriebenen doch wieder werde löschen oder zumindest gewaltig werde überarbeiten müssen. Die Geschichte hat sich verselbständigt, ist aus dem Ruder gelaufen. Vielleicht bietet sie ja tatsächlich Stoff für mehrere Bände. Aber ich muss mir erst einmal darüber klar werden, ob ich das überhaupt will. Dieses Drauflosschreiben – auch wenn es tatsächlich läuft – ist nicht mein Ding. Das habe ich von vornherein gewusst. Ich bin eher der Typ, der ein, zwei Seiten schreibt und dann sofort anfängt, das Geschriebene zu überarbeiten, zu hinterfragen. Nun auf einmal täglich sechs bis acht Seiten und das 30 Tage lang – es geht mir gegen den Strich. Am Anfang habe ich alles ausgedruckt und mich abends hingesetzt und es wieder und wieder gelesen – verrückt! Denn die Muse, es dann am nächsten Tag zu korrigieren hatte ich ja nicht. Also habe ich nun doch die Notbremse gezogen. Wenn ich nun dem Ende zu täglich eine oder zwei Seiten schreibe, dann reicht mir das. Im Dezember werde ich aus dem bisherigen Stoff hoffentlich so viel herausziehen können, dass ich damit meine Abschlußarbeit für die Schule des Schreibens einreichen kann. Und dann wird das Ganze gesichtet, verändert und … weitergeschrieben.

Der NaNo war eine tolle Erfahrung, und ich bereue es nicht, dass ich mich darauf eingelassen habe, aber es ist nicht mein Stil. Gelernt habe ich immerhin, dass ich es schaffen kann, mich täglich hinzusetzen und dieses “Sich-Hinsetzen” etwas durchaus Positives ist. Auch wenn man denkt, heute krieg ich nicht eine Zeile aufs Papier, läuft es dann meistens trotzdem.

Zwischendrin habe ich zwei total unterschiedliche Romane gelesen bzw. gehört, die beide irgendwie unter das Genre Dystopie fallen. Zunächst war es die Trilogie “Die Tribute von Panem“, die mir besser gefallen hat, als ich anfangs dachte. Die Story war spannend, die Helden sympathisch, obwohl sie andere Menschen umbringen mussten. Man konnte absolut mit ihnen fühlen. Es gab immer wieder originelle Überraschungen und mit dem Spott-Tölpel (Mockingjay) hat Suzanne Collins auch gleich noch ein interessantes Symbol geschaffen.

In den letzten Tagen habe ich mir den Klassiker der Dystopien “1984” Von George Orwell als Hörbuch angehört. Der Roman schildert die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats. Zunächst war ich von der bildgewaltigen Sprache Orwells ziemlich begeistert. Das hat sich aber schnell gelegt. Der Autor verliert sich bald in endlosen, sich immer wiederholenden Beschreibungen und theoretischen Erörterungen. Als dann im zweiten Teil das Buch des angeblichen Untergrundführers Goldstein verlesen wird, war ich schon kurz davor, aufzuhören. Dann kommen die Schilderungen der Folterungen des Protagonisten Winston – endlos. Ich kann’s nicht anders sagen: Es ist kaum zu ertragen und zudem zeitweise stinklangweilig. Sicher muss man den Roman aus der Zeit heraus verstehen, er wurde 1948 herausgegeben. Viele vergleichen inzwischen die USA unter Donald Trump mit “Big Brother” und so manches, was der Roman schildert, ist sicher auch heute aktuell. 1984 ist der meistgelesene Science-Fiction-Roman der Weltliteratur, aber gefallen hat er mir nicht. Nach den Regeln des Schreibens, die ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe, hätte der Inhalt gut und gerne auf die Hälfte gestrafft werden können. Insofern kann ich auch nur vor dem Hörbuch warnen. In einem gedruckten Buch kann man wenigstens vorblättern 🙁 .